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8. 11 2012

Experten fordern Recht auf Pseudonym im Internet

München, 08. November 2012. Im Internet hinterlassen wir beim Surfen
aussagekräftige persönliche Daten, aus denen dank dem „digitalen Fingerabdruck“
leicht ein persönliches Profil errechnet werden kann. Deshalb fordert der Internet-
Unternehmer und Internet-Verbandsmanager Stephan Noller, dass Betreiber von
Websites vollständig offenlegen müssen, mit welchen Daten und mit welchen genauen
technischen Methoden sie Profile von Besuchern und Kunden ihrer Websites erstellen.

Bis eine solche Transparenz erreicht sei, müsse jeder Internet-Nutzer das Recht
haben, sein persönliches Profil durch Pseudonyme zu verschleiern, wenn er Websites
besucht. Uniscon bietet mit seinem Tool ID|GARD bereits jetzt eine technische
Lösung, die genau diesen Anspruch umsetzt und vor allem auch für Laien einfach
nutzbar ist.

Die Inhalte von Online-Medien sind für den Menschen vor dem Computer
normalerweise nur dann interessant, wenn sie für seine individuelle Lebenssituation
relevant sind. Um genau herauszufinden, was für ein Mensch vor dem Computer sitzt,
haben die Betreiber von Websites leistungsfähige Algorithmen entwickelt: Technologie,
die dazu dient, ein exaktes Profil des Website-Besuchers oder Online-Kunden zu
erstellen und ihm genau die passenden Angebote zu unterbreiten, die für ihn gerade
relevant sind.

Diese Technologie erhöht die Attraktivität für die User und auch die Umsätze von
Online-Angeboten. Sie hat aber auch den Nachteil, dass sie mehr personenbezogene
Informationen in der Hand von Online-Shops und Verlegern vereint, als mit einem
vernünftigen Datenschutz für die User vereinbar wäre. Das ist die derzeitige Situation,
von der Konzerne wie Google, Amazon, Apple, Facebook und viele andere, aber auch
deren Technologielieferanten, profitieren.

Gerade hat die britische Regierung auf diese Situation reagiert, indem sie ihren
Bürgern riet, Online-Anbietern nach Möglichkeit Fake-Daten anzugeben. In die
gleiche Richtung geht der bekannte deutsche Internet-Unternehmer und Internet
Verbandsmanager Stephan Noller. In der Online-Ausgabe der F.A.Z. schreibt er:
„…weil es für die Meinungsfreiheit im Internet so fundamental sein könnte wie die
Pressefusionskontrolle in der alten Welt: Wir brauchen ein Recht auf Pseudonymität im
Internet!“ und begründet das wie folgt:
Wir müssen uns vermutlich damit abfinden, dass das Internet von Daten lebt
und die Anzahl der erhobenen Daten exponentiell zunimmt. Aber wir sollten
uns nicht damit abfinden, dass diese Daten immer einer Person zugeordnet
werden können, wenn es das Geschäftsmodell oder die rechtliche Lage nicht
zwingend erfordert.

Uniscon ist ein junges Münchner Start-Up-Unternehmen, das sich dem Thema „Web
Privacy“ verschrieben hat. Das Unternehmen entwickelt den Dienst ID|GARD, mit dem
Anwender ihr Recht auf Pseudonymität heute schon einlösen können. Die Daten, die
ein User von ID|GARD beim Besuch von Websites hinterlässt, können nicht einzelnen
Profilen, also Personen, zugeordnet werden. Das Unternehmen wird in der Entwicklung
vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstützt. ID|GARD
unterscheidet sich deutlich von den hinlänglich bekannten Anonymizer-Diensten.
Uniscon hat ID|GARD als durchdachten Schutz von Internet-Nutzern konzipiert, die
nicht vorhaben, geltende Gesetze zu brechen.

Anonymizer versuchen, meist über ausländische Server, Internet-Spuren deutscher
Surfer zu verwischen. Dabei landen natürlich brisante Nutzerdaten in anderen Ländern,
etwa Rumänien, Russland und den USA, deren Datenschutzbestimmungen die
meisten deutschen Internet-Nutzer nicht überblicken können. Damit sind die Nutzer
ihren Anonymisierern weitgehend hilflos ausgeliefert. Denn ihre Daten lassen sich
unter Umständen gegen die Nutzer verwenden, etwa für Angriffe, Betrügereien und
lästige Spam-Werbung.

Wer als Nutzer ID|GARD installiert, dessen Privatsphäre bleibt durch eine Reihe von
langfristig wirksamen und zu Ende gedachten Sicherheitsvorkehrungen gewahrt. Der
Service sorgt beispielsweise dafür, dass statt der individuellen IP-Adresse des Nutzers
eine vereinheitlichte angezeigt wird. Zusätzlich wird der digitale Fingerabdruck des
Nutzers vereinheitlicht, er ist somit nicht mehr wiedererkennbar. Die Daten des Nutzers
bleiben jedoch in Deutschland und sind dort mittels der weltweit patentierten Sealed
Cloud-Technologie einzigartig geschützt. Zudem blockiert ID|GARD das Speichern des
Verlaufs besuchter Websites sowie das von Langzeit-Cookies auf dem Computer und
vieles mehr.

Das mitgelieferte Add-on integriert sich als Toolbar in den Webbrowser. Der Nutzer
wählt darin mit einem Klick aus, wie stark geschützt er surfen möchte. Er wählt dabei
zwischen den drei unterschiedlichen Modi „Incognito“, „Normal“ und „Open“.
Privatnutzer können beispielsweise im Normal-Modus bequem etwa Online-Shops
oder soziale Medien wie Facebook und twitter nutzen. Nutzer haben es dabei trotzdem
selbst in der Hand, welche persönlichen Daten sie über sich preisgeben; heimliche
Datensammelei durch Dritte wird durch ID|GARD verhindert.