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12. 09 2012

Was ist der digitale Fingerabdruck?

München, 12. September 2012. Datensammeln im Internet durch Cookies war gestern.
Denn der sensibilisierte Anwender setzt diesen heute mit ein paar Klicks in den
Browser-Einstellungen ein Ende. Anders der digitale Fingerabdruck. Er macht den
Internetsurfer wiedererkennbar und kann nicht geblockt werden. Datensammler lesen
diese Informationen aus und fassen sie mit anderen Daten zu einem Profil zusammen.
Doch wie funktioniert das genau? Wie und warum lässt sich der Internetnutzer so
eindeutig wiedererkennen? Der digitale Fingerabdruck vereint viele Einzelinformationen,
die in ihrer Kombination in den allermeisten Fällen einzigartig sind.
Mit einer Genauigkeit von über 85 Prozent können Betreiber von Webseiten und Datensammler
den Internetnutzer heute wiedererkennen. Mithilfe des digitalen Fingerabdrucks.
Diese Genauigkeit erhöht sich schrittweise mit der Menge der Daten, aus denen
sich dieser zusammensetzt. Es reicht aus, dass Betreiber von Webseiten Informationen
über den Besucher beziehungsweise seinen Computer zusammentragen. Informationen,
die automatisch abgefragt werden, damit eine Website funktioniert. Zum Beispiel:
Um was für ein Computermodell handelt es sich? Welches Betriebssystem ist installiert?
Welchen Browser nutzt der Besucher? Sind Hilfsprogramme wie Flashplayer
oder Quicktime vorhanden? An welchem geographischen Standort befindet sich der
Computer? Das sind nur ein paar der Informationen, die gesammelt werden. Sie alle
fügen sich zu Datensätzen zusammen, die so detailliert sind, dass Benutzer über ihre
Endgeräte wie Tablet, Smartphone, Laptop oder PC erkannt werden können. Deshalb
bezeichnet man diesen Datensatz auch als digitalen Fingerabdruck (s. Abb. 1).
Die Betreiber benötigen viele dieser technischen Daten, damit die Internetseiten so gut
wie möglich beim Anwender funktionieren. Aber auch werbetreibende Unternehmen
haben Interesse an den Daten, die der digitalen Fingerabdruck hinterlässt. Denn dank
diesem können Werbetreibende nachvollziehen, wer wann welche Seiten besucht und
was er dort anklickt hat. So lassen sich Surfgewohnheiten erkennen und Unternehmen
können leicht ihre Zielgruppe genauer identifizieren.
Der digitale Fingerabdruck ist für Unternehmen mittlerweile viel interessanter als die
Verwendung von Cookies. Sie werden automatisch auf dem Computer hinterlegt, wenn
der Nutzer eine Internetseite besucht. Stellt der Anwender in seinem Browser die Verwendung
des Privacy Modus ein, blockt dieser die automatische Hinterlegung der Cookies.
Hier auch ein kurzes Interview des Wall Street Journals zu den Themen Cookies
und digitaler Fingerabdruck.
Möchte ein Nutzer nicht eindeutig wiedererkannt werden oder sich aussuchen, welche
Rolle er im Netz annimmt, helfen neue Web-Privacy-Technologien. Die Münchner Firma
Uniscon bietet mit ID|GARD einen Dienst an, mit dem Internetnutzer die Kontrolle
über ihre Privatsphäre zurückgewinnen können.